In meinem Home Office bin ich die Chefin. Hier kann ich ganz in Ruhe meine Ziele verwirklichen und so kreativ sein, wie ich will ♥ www.mami-startup.de

Als Mama nebenberuflich im Home Office

Die liebe Melanie von glücklich scheitern hat zur Blogparade #ElternHomeoffice gerufen und wenn es um das Thema Home Office geht, lasse ich mich nicht zwei mal bitten.

Ich liebe mein Homeoffice.

Deswegen habe ich ja auch schon ein paar mal darüber geschrieben. Bilanz nach 6 Monatenwie ich Beruf und Freizeit unter einen Hut bekomme und das mein iPhone eins meiner liebsten Tools als Homeoffice-Mama ist. Ach und weil ich Pinterest liebe, habe ich hier noch eine Ideenliste, wie mein Arbeitszimmer eigentlich aussehen sollte (wenn ich irgendwann mal ein eigenes bekomme) und eine kleine Sammlung an Schnitten, denn meine Home Office Kollektion nähe ich großteils selbst (UND LIEBE ES!!!).
Home Office im Mami Startup Hauptquartier
Ich kann mir nicht mehr vorstellen, die Arbeitswelt wieder mit einem klassischen 9-to-5 Job zu bereichern. Das hat zwei Gründe:
erstens, dass mir die flexiblen Arbeitszeiten in Kombination mit der Tatsache, dass ich absolut überhaupt kein bisschen pendeln muss als Mama sehr entgegen kommen und
zweitens, dass ich vor den Kindern fast zehn Jahre ganz klassisch in einem großen und sehr hierarchischen Unternehmen viele viele Stunden im Büro verbracht habe. Mit allen Vor- und Nachteilen. Vielleicht war es für mich auch einfach mal Zeit, etwas anderes zu probieren.
Ich bin damit auch bei Weitem nicht die Einzige.
Quelle: Statista
Außer mir nutzen auch noch alle anderen selbständigen in Deutschland ihr Home Office. 50% sogar ausschließlich. Das Team von Statista hat jetzt leider die Mütter nicht explizit ausgewiesen, aber man kann die Richtung doch sehr stark sehen. Eine andere Statistik zeigt, dass nur 28% der deutschen am aller liebsten im Büro arbeitet. Allerdings bieten nur 30% der Arbeitgeber die Möglichkeit an, für einen oder mehrere Tage die Woche im Home Office zu arbeiten.
35% würden für eine Stelle mit Home Office und mehr Freiheiten sogar ihren Job kündigen. Das ist mal eine Aussage.
Quelle: Statista
Für mich stand nicht prinzipiell fest, dass ich nach den Kindern (Aufschlag 6/2014 und 7/2015) meinen Job auf Eis legen und zu einem anderen Arbeitgeber wechsle. Teilzeit in der Elternzeit. Und dann obendrauf noch verrückt genug bin, mich dazu auch noch im Nebenerwerb selbständig zu machen.
Da ist einfach das Leben über mich herein gepurzelt. Mein Mann hat sich  beruflich nach 17 Jahren als Maler auf dem Gerüst komplett neu erfunden und ich halte ihm seit 2015 vorbehaltlos genau dafür den Rücken frei. Er hat ätzende Arbeitszeiten und ist viel unterwegs. Unser Familienkonzept sieht also vor, dass ich eher so alleinerziehend mit Mann bin. Damit bin ich absolut nicht unglücklich. Es war eine Famlien-Entscheidung und ich habe auch dafür gestimmt.
Das ich also kürzer trete war gesetzt und damit war es nicht mehr so ohne Weiteres möglich in meinen alten Job zurück zu gehen. Da wird Home Office nur sehr ungern genehmigt und eine Teilzeit Stelle wäre nur mit viel Zeitaufwand (lange Anfahrtszeit) machbar. Das dann auch noch in der Kinderbetreuung vor Ort abzubilden wäre sehr schwer geworden. Denn es gibt hier keine flexiblen Modelle für einen ganztags Kindergartenplatz. Da kann man die Basisbetreuung buchen (Mo-Fr 7:00 – 13:30 Uhr) und muss die auch komplett zahlen. Dazu modular dann bestimmte Nachmittage. Die sind fix und können nicht getauscht werden. Für zwei Kinder unter drei wird das dann preislich sehr interessant.

Beispielrechnung Kindergartengebühren: 638,85 Euro

Basismodul + zwei Nachmittage bis 16:00 Uhr: 373,10 Euro
zzgl. 6,60 Euro pro Kind pro Mittagessen (6,60 x 2 Nachmittage x 4 Wochen): 52,80 Euro
Gesamtpreis Kitagebühren: 425,90 Euro für zwei Kinder dann gleich (das zweite Kind kostet die Hälfte, also 212,95): 638,85 Euro
Im Vergleich dazu kostet die Basisbetreuung für die beiden 278,50 Euro und 139,25 Euro also insgesamt 417,75 Euro.
Das Geld für beide Varianten muss man in jedem Fall erst mal verdienen. Wenn man dann noch dazu rechnet, dass pendeln ja nie umsonst ist und bei meinem alten Job noch mindestens 200,- Euro monatlich dazu gekommen wären…… bei der Differenz lohnt es sich dann, genau zu überlegen, wie es weiter gehen soll.
Unser Plan war, dass ich mich in der Elternzeit nach einer Alternative in der Region umschaue oder mich selbständig mache, um dann mal zu schauen, wo die Reise hin führt. Das sollte passieren, sobald der Kleine zwei ist.
In der Elternzeit darf ich ja bis zu 30 Stunden in der Woche arbeiten. Und das bei einem beliebigen Arbeitgeber. Auch für die eigene Firma. Meinen alten Job wollte und will ich nicht komplett kündigen. Ich mag meinen Arbeitgeber und nur, weil gerade die Bedingungen von beiden Seiten aus nicht passen, heißt das nicht, dass das so bleibt. In drei Jahren nach meiner Elternzeit hat meine Personalerin die Chance, eine Mitarbeiterin zurück zu holen, die sich fortgebildet und weiter entwickelt hat und über deutlich breiteres Spektrum verfügt. Könnte Win/Win werden (berichte ich dann).
Gut, also der Plan stand fest und da kam mir dann die Stiftung dazwischen. Die haben meine Traumstelle ausgeschrieben, da war der Kleine noch kein Jahr. Da musste ich nicht lang überlegen: nur 20 Stunden (also mit Basismodul Kindergarten locker abzudecken), Heimarbeit, flexible Arbeitszeiten, extrem netter Chef, flache Hierarchien (haha, ich bin meine einzige Kollegin), sehr interessante Projekte und am Ende des Tages auf dem Konto auch noch eine Verbesserung. Es hat sich selten irgendwas in meinem Leben so richtig angefühlt wie die Bewerbung dort.
Lies doch gerade den letzten Absatz noch mal und schau, in welcher Reihenfolge ich das aufgelistet habe. Genau das ist meine Gewichtung.
Und so funktioniert das für uns.

Mit was ich mein Geld verdiene

Während der Kindergartenzeit arbeite ich für die Stiftung, an zwei Nachmittagen die Woche und abends für meine Firma.
Da helfe ich anderen Mamas mit eigenem Unternehmen über die technischen Hürden, die so eine eigene Firma mit sich bringt. Mein Schwerpunkt ist der Internetauftritt. Ganz klassisch von neue Homepage erstellen über SEO Tipps und manchmal bin ich auch als Jobcoach für Blogger unterwegs. Zum Beispiel, um die richtigen (und zahlenden) Kooperationspartner zu finden oder ein Newsletter-Konzept inklusive Freebie zu erarbeiten.
Was mich so ein bisschen nervt ist die Tatsache, dass meine Arbeit oft irgendwie belächelt wird. Ich habe es ja so dermaßen gut. Denn ich verdiene mein Geld ja “nebenbei und im Schlafanzug auf dem Sofa” und dann ja “nur halbtags”. Ganz ehrlich und ohne, dass ich jetzt die Feministin raus holen will: da kotz ich jedes Mal.
(und wehe, es kommt jemand auf die Idee, hier wird gejammert, nur weil ich es einfach mal so sage, wie es ist)
Ich stehe jeden Morgen um 5:00 Uhr auf und erledige vor dem Kindergarten die erste Runde Hausarbeit und/oder Social Media. Bei aller Flexibilität, was meine Tätigkeiten im Büro angeht: Gleitzeit hatte ich seit 2013 nicht mehr. Die Kinder stehen IMMER früh auf. Auch wenn es abends später geworden ist.
Mein Betriebsrat (die heilige Monika, denn wer außer der Schutzpatronin der Mütter sollte mein Betriebsrat sein?) schmunzelt immer nur, wenn ich was von Schichtzulage auf meinen Stundenzettel schreibe, nur weil ich nachts sechs oder acht mal aufstehen musste. Das machen die Kinder übrigens nicht grundlos. Meist sind sie dann krank und ich darf morgens vor 7:00 Uhr auch noch auf spontan einen Babysitter für den Tag organisieren. Denn in den Kindergarten können die so auf keinen Fall. Für mich bedeutet das dann 40 Minuten Ausflug mit dem Auto. Die Oma wohnt nicht bei uns im Haus. Wenn es schlecht läuft habe ich als Bonus noch mehrere Garnituren vollgekotzte Bettwäsche.
Und wenn mir dann um halb neun nach 2 Stunden Schlaf (nicht am Stück), irgend jemand in der Kasse beim ALDI (Bettwäsche im Angebot, meine vollgekotzte wird nie trocken bis zum Mittagsschlaf) so dreist entgegen lächelt, um dann zu sagen: “ach du hast es gut. So völlig entspannt in deinem Home Office”. Dann kotz ich ehrlich gesagt. Jedes Mal. Ändert sich nie. Wird auch nicht besser durch die Tatsache, das der/die zu 99% erst um 8:00 Uhr aufgestanden ist. Da war ich schon mit dem halben Tagesprogramm durch.
Mein Pensum ist momentan so hoch wie noch nie. Das schaffe ich nur, weil ich extrem gut organisiert bin und wirklich motiviert, mir was Eigenes aufzubauen. Und weil ich noch nie so zufrieden in und mit meiner Arbeit war. Ich liebe beide Jobs. Ich liebe die einsame Tüftelei vormittags und ich liebe es für meine Firma mit und für Kunden zu arbeiten.
Ich bin ein Pedant und habe meine ToDo Liste akribisch im Trello eingepflegt. Ich setze mir für alles, was abzuarbeiten ist eine knappe Deadline und halte mich auch daran. Je mehr Zeit ich mir für eine Aufgabe nehme, desto mehr brauche ich auch. Insgesamt kann ich jedem nur raten, sich davon zu verabschieden, alles immer super perfekt machen zu wollen. #80istdasneue100 Ladies.
Ich nutze mein iPhone als kleines mobiles Büro, wobei ich sehr darauf achte, in meiner Freizeit auch präsent für meine Kinder zu sein und nicht immer nur am Handy. Aber es ist immer mal wieder praktisch, dass ich es nutzen kann, wenn ich es brauche.

Schlaf und Ernährung sind für mich absolute Prio 1

Ja, ich schreibe oft abends und sitze nicht auf dem Sofa und schaue weißt der Teufel was alles auf Netflix oder RTL2.
Aber meine Grenze ist 22:00 Uhr. Da gehe ich nur in absoluten Ausnahmefällen drüber.
Bei mir funktioniert das nur, weil ich mir für meine Firma erlaube, dass ich in meinem Tempo wachse und ausschließlich und immer nur für Wunschkunden arbeite, die zu mir passen. Und wenn es nicht passt, dann wird halt mal nicht gewachsen. Diese Höher-Schneller-Weiter Menthalität bin ich nicht. Ich bin genau so zufrieden, wenn ich nächstes Jahr zwei Kunden weniger habe. Oder genau so viele. Bei genau genau gleich viel Umsatz. Oder weniger. Die Richtung muss stimmen. Solange ich für meine Familie damit Geld verdienen kann und mir das einen riesen Spaß macht, ist das für uns genau das Richtige.
Als letzte Amtshandlung mache ich mir jeweils für den nächsten Tag eine Übersicht, was unbedingt abgehakt werden muss. Damit schließe ich gedanklich mein Büro ab und lasse es dann auch gut sein. Wer da lieber mit Zettel und Stift arbeitet, kann sich so eine Liste bei Andrea herunter laden.

Und das wiederhole ich jetzt, weil es so wichtig ist: abschließen

Damit leben, dass als Selbständige die ToDo Liste immer viel zu voll ist. Damit leben, dass ich die Kinder nicht planen kann. Dass sie immer nacheinander krank sind und immer den Mann anstecken. Das ich dann eben JETZT alles stehen und liegen lassen und eine Extra-Runde drehen muss.
Prioritäten setzen, etwas streichen. Neu sortieren, nicht entmutigen lassen, immer im Moment leben und das Leben genießen.
So funktioniert das für mich und so ist das eine Bereicherung für uns als Familie.
Wie handhabst du das? Was sind deine Prioritäten?
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ich liebe mein Home Office. Hier kann ich ganz in Ruhe meine Ziele verwirklichen und so kreativ sein, wie ich will ♥ www.mami-startup.de

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2 thoughts on “Arbeiten im Home Office – I LOVE!!!

  1. Antworten
    Caro - 19. Juni 2017

    Hey Mareike,
    “Prioritäten setzen, etwas streichen. Neu sortieren, nicht entmutigen lassen, immer im Moment leben und das Leben genießen.”
    Toller Schluss für deinen Text, kann ich so unterschreiben.
    Wir haben zwar noch keine Kinder, aber im Prinzip ist es “kinderlos” nichts anderes. Der Terminplan ist immer übervoll und es passiert immer dann etwas Dummes, das 100% Aufmerksamkeit erfordert, wenn man es beim besten Willen nicht gebrauchen kann 😀
    Schöne Grüße,
    Caro

    1. Antworten
      Mareike - 19. Juni 2017

      ich glaub, das ist einfach das Leben 😉

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