Mama, Tiefbautechnikerin und Künstlerin mit WOW Faktor. Im Interview auf www.mami-startup.de

von www.tw-artgallery.com

Tiefbautechnikerin mit viel Talent und eigenem Stil

Als Tiefbautechnikerin machte Tanja vor den Kindern in einem 100%igen Männerjob richtig Karriere. Mit ihrer Kunst schafft sie wunderschöne Einzelstücke, in einer einzigartigen Technik. Im Interview erzählt sie, wie sie zur Kunst gekommen ist.

Was kam zuerst: dein Unternehmen oder die Kinder?

Da kam eins zum anderen. Als ich recht unverhofft doch noch ein Kind bekam, war schnell klar, dass ich bis die Kindergartenzeit beginnt zu Hause bleibe.  Während der Erziehungszeit kam noch meine Tochter dazu und es stand eine Zusammenkunft mit meiner damaligen Geschäftsleitung an. Ich war der Meinung, dass ich als Tiefbautechnikerin mein Team auch in Teilzeit leiten konnte, aber die Varianten, die sich mein Arbeitgeber vorstellen konnten waren entweder in Vollzeit zurück oder ein Aufhebungsvertrag.

Als Alternative habe ich ihm meine Arbeit als Freiberuflerin angeboten. Darauf hat sich der ehemalige Arbeitgeber gerne eingelassen.

Hast du es in Betracht gezogen, ganz aus dem Job auszusteigen und ausschließlich Mama zu sein?

An keinem einzigen Tag. Für mich war immer klar, dass ich für mich selbst sorgen will. Beziehung auf Augenhöhe heißt für mich auch, dass ich in keinem Abhängkeitsverhältnis leben möchte. Mit meiner freiberuflichen Tätigkeit habe ich auch von Anfang an sehr gut verdient. Damit hätte ich meine Familie schon ernähren können. Viel habe ich allerdings abends und am Wochenende abarbeiten müssen.

Gemälde von Tanja Weidenbörner, Künstlerin mit unverwechselbarem Stil

Krankenversicherung, Rente, Berufshaftpflicht, Rechtsschutz, Lebensversicherung, usw.: war Absicherung für dich von Anfang an ein Thema?

Ja, natürlich. Damals habe ich nach eingehender Prüfung des Arbeitsamtes eine Ich-AG gegründet. Das Geld konnte ich zur Aufrechterhaltung des Versicherungsschutzes wie Renten- und Krankenversicherung nutzen und es sicherte ein gewisses Einkommen ab.

Als die Förderung ausgelaufen ist und die Aufträge durch einen Einbruch der Auftragslage im Anlagenbau weniger wurden, habe ich die Ich- AG aufgegeben und eine familieninterne Lösung für mich geschaffen.

Wie kamst du dazu, deinen unternehmerischen Schwerpunkt von Tiefbau auf Kunst zu verschieben?

Das ist einfach gewachsen. Nach der schlechten Auftragslage im Anlagenbau, war mir klar, dass ich andere Wege gehen musste. Ich bin allerdings sehr spezialisiert in meiner Nische wie Kernkraftwerke, Kohlekraftwerke etc., so dass eine Alternative in diesem Bereich schwierig ist. Ganz besonders in Teilzeit.

Zeitgleich ergab es sich aber, dass ein Umbau unseres Hauses anstand, um den ich mich intensiv und mit viel Eigenleistung gekümmert habe.

Erst danach habe ich wieder angefangen zu malen. Für das eigene Haus. Es gab ja jetzt viele leere Wände. Und als eine Art von Therapie. Eine Tätigkeit ohne Zeitdruck, selbstauferlegte Einsamkeit mit viel Zeit zum Ausprobieren, Emotionen, vielen Erfolgsmomenten und Selbstbestimmung.

Tiefbauaufträge habe ich immer noch nebenbei gemacht, aber das wurde deutlich weniger.

Für meine Bilder habe ich von Anfang an viele positive Rückmeldungen bekommen und relativ schnell einen Restaurantbesitzer kennengelernt, der mir sein Restaurant als Ausstellungsfläche angeboten hat. Ein Fotograf, den ich dadurch kennen lernte, hat mich dann mit anderen Künstlern und einer Designerin bekannt gemacht. So habe ich mir Stück für Stück ein Netzwerk aufgebaut und auch die Homepage ins Netz gestellt.

Gemälde von Tanja Weidenbörner, Künstlerin mit unverwechselbarem Stil

Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

Neben meiner Arbeit habe ich ja noch den Haushalt und die Kinder. Die sind mit 14 und 16 jetzt wirklich aus dem Gröbsten raus, aber kümmern muss man sich immer. Ich würde sagen das ist recht gleichmäßig aufgeteilt: 50% Familie und 50% Kunst.

An einem Bild male ich ca. vier Wochen. Das Malen ist für mich nicht das Problem. Kunst ist wie eine Droge für mich. Der Kunstmarkt ist da eher eine Wissenschaft für sich.

Man muss da realistisch sein und seine Balance finden: was will ich jetzt? Wo geht es unternehmerisch hin und womit stehe ich besser? Momentan konzentriere ich mich auf meine Kunst und sage schon mal Technikeraufträge ab. Das geht allerdings nur, weil mein Mann voll hinter mir steht.

Wie verkaufst du deine Kunst? Hast du einen Agenten oder Galeristen?

(sie lacht!) ich war einmal in einer Galerie. Das ist als Autodidakt ohne nachweisliche Referenzen von Kunstprofessoren und Abschlüssen nicht leicht eine Galerie für mich zu finden, weil deren Käuferkreis im Wesentlichen davon abhängig ist, wie wertsteigernd und erfolgsversprechend ein Künstler vermarktet werden kann. An sich gehöre ich von meinem Lebenslauf und der Einstellung zur Kunst eher nicht in den üblichen Künstlerbereich. Aber das ist auch der Ansporn dazu, mich trotzdem als Künstlerin zu etablieren. Bei einem gewissen Erfolg und etwas Glück kommen Galerien ja mal auf mich zu.

Um von meiner Kunst leben zu können, muss ich sie aber verkaufen. Dafür muss ich mich und meine Kunst vermarkten. Ganz realistisch: der Kunstmarkt ist genau so ein Markt, wie jeder andere auch. Es geht nicht darum, ob du Kunst studiert hast, es geht um Marketing und Networking. Ich bin keine Künstlerin, die gern über den roten Teppich rennt. Aber es gehört dazu.

Für mich ist meine Kunst eine Herzensangelegenheit, meine Droge und so wird es immer sein. Das geschieht aber im stillen Kämmerlein. Um aber dem Markt gerecht zu werden, musst Du an die Öffentlichkeit, was viel Arbeit in und mit sozialen Netzwerken nach sich zieht und viel Zeit kostet.

Ich habe die feste Vorstellung in meinem Kopf, dass ich es als Künstlerin schaffen will. Niederschläge haben bei mir schon immer eher ein „jetzt erst recht“ ausgelöst und nie dazu geführt, dass ich aufgegeben habe.

Gemälde von Tanja Weidenbörner, Künstlerin mit unverwechselbarem Stil

Wo siehst du dich in 3-5 Jahren?

Ich will malen. Und natürlich regelmäßig Bilder verkaufen, um davon leben zu können.

Gerade teste ich, ob es möglich ist, mit meiner Technik Kunstdrucke bzw. Originalkopien auf Leinwand herzustellen. Als limitierte Auflage. Die möchte ich in jedem Fall nachbearbeiten, um das Reizvolle meiner Technik in den Originalkopien erhalten zu können. Das ist nicht so einfach, denn für meine Technik benutze ich Lack, der sich offensichtlich nicht gut mit handelsüblichen Leinwänden verträgt. Nicht ganz unkompliziert. Aber ich bleibe dran und bin auf einem guten Weg.

Gemälde von Tanja Weidenbörner, Künstlerin mit unverwechselbarem Stil

Was möchtest du Mamas mit auf den Weg geben, die jetzt ihr Unternehmen gründen?

Nicht entmutigen lassen: wenn eine Tür zu geht, dann geht immer eine andere auf und keiner kann Deine Interessen besser vertreten als Du selbst.

Hier geht es zur Homepage von Tanja: www.tw-artgallery.com/

 

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