was tun, wenn der Kunde nicht zahlt

Letzte Mahnung: was tun, wenn der Kunde nicht zahlt

Braucht kein Mensch: Zahlungserinnerung, Mahnung, Musterbrief

Ich hatte gehofft, dass ich mich mit dem Thema nicht so schnell auseinander setzen muss. Denn eigentlich habe ich mich vorbildlich vorbereitet: ich habe mir sehr intensiv Gedanken darüber gemacht, für wen ich arbeiten will und für wen nicht.
Anfragen, bei denen ich ein schlechtes Bauchgefühl hatte, habe ich im Zweifel abgesagt. Bisher habe ich nur mit kleinen Handwerksbetrieben (das darf man ruhig im übertragenen Sinn sehen, Schreiben ist auch ein Handwerk) zusammen gearbeitet. Alle inhabergeführt. Alle mit Familie. Mir sind Werte sehr wichtig. Handschlag zählt. Ehrensache.
Und trotzdem stehe ich vor meiner ersten großen unbezahlten Rechnung. Die Schlussrechnung für eine Homepage, die nicht schnell genug erstellt werden konnte.
Schon zwei mal hat er mir „ganz fest versprochen“, dass er zahlt.
Und so langsam habe ich das Gefühl, dass ich nicht ernst genommen werde. Ich bin eben nur die Mama, die nebenbei Webseiten baut. Mein Mann verdient ja Geld.
Jetzt ist der Kunde im Krankenhaus und hat mir ein Foto von sich geschickt, wie er krank und traurig im Bett liegt. Sehr emotional und ich hätte dafür auch fast Verständnis gehabt, wenn ich nicht sehen würde, dass er parallel auf Facebook neue Mitarbeiter sucht und auch bei mir per E-Mail schon angefragt hat, ob ich nicht vielleicht noch die eine oder andere Sache schnell noch mit einzufügen könnte.
Ich habe ganz sicher überhaupt keine Lust, noch diese und jene Kleinigkeit zu erledigen, obwohl die nicht im Angebot steht. Solange ich nicht für das bezahlt wurde, was ich bisher geleistet habe schon überhaupt nicht. Ich habe so langsam auch keine Lust mehr, da noch mal anzurufen und mich anflunkern zu lassen. Die offizielle Mahnung habe ich erstellt und schicke sie noch diese Woche raus. Per Einschreiben. Mit Rückschein. Inklusive einer Rechnungskopie. Da bin ich ein serviceorientierter Dienstleister.

Mahnung?

Ich habe mir jetzt die ganze Woche darüber Gedanken gemacht, wie ich professionell mit der Situation umgehen soll. Bisher habe ich in großen Unternehmen gearbeitet und da gab es einen Mahnlauf mit drei Stufen. Also drei Zahlungserinnerungen. Dann Mahnung, dann Inkasso.
Allerdings habe ich bereits mehrfach angerufen. Eine Buchhaltung, die sich um das Mahnverfahren kümmert, habe ich nicht. Das bleibt alles an mir hängen und die 5,- Euro Mahngebühren, die ich jetzt erheben darf, decken meine Kosten wirklich nicht ab.
Ich bin auch kein Konzern, der den Verzug oder -ausfall mal eben ausgleichen und abfangen kann. Mein Unternehmen stemme ich in Teilzeit und meine Rücklagen erarbeite ich mir gerade erst.
Ich habe sehr lange dafür gebraucht, mich dazu durchzuringen. Der Auftraggeber hat auch eine junge Familie. Unsere Kinder sind im selben Alter. Er liegt im Krankenhaus. Eigentlich tut er mir leid.
Aber er hat mir ins Gesicht gelogen und ist dreist genug, weiter von mir kostenlos Zusatzleistungen einzufordern. Das ärgert mich wirklich sehr. Auch wenn er einen kleinen Familienbetrieb führt: ich arbeite nicht umsonst. Und mit Sicherheit verzichte ich nicht auf mein Geld, nur weil lich gemocht werden will.
Deswegen steht in meiner Mahnung, dass ich noch eine Frist von 14 Tagen einräume und die Forderung dann zu meiner Entlastung an ein Inkassobüro weiter gebe.

Selten habe ich länger an einem Brief gesessen.

Ich mag alle meine Kunden persönlich und arbeite gern für sie. Vielleicht ist das auch nicht besonders klug. Aber das macht mich als Dienstleisterin aus. Ich gebe immer 100%. Drunter gehe ich nicht.
Eine Homepage ist auch etwas sehr persönliches. Je besser man den Kunden kennt, desto besser wird die Homepage. Die Besucher (und potentiellen Kunden) meiner Auftraggeber merken sofort, ob es passt oder nicht. So kann man sich von der großen und unpersönlichen Konkurrenz abheben und das ist meine Stärke. Wie ein guter Fotograf zeige ich den Menschen, der hinter einem Handwerksbetrieb steht. Ich kann mir nicht mehr vorstellen, anders zu arbeiten.
Deswegen habe ich auch beschlossen, für diesen Kunden keinen Folgeauftrag mehr anzunehmen. Auch nicht gegen Vorkasse.
Um noch mal das Fotografenbeispiel zu bemühen: da wäre immer ein Schatten auf jedem Bild. Das sehen seine Kunden. So verkauft man nichts über die Webseite.
Mahnschreiben mit Inkasso ist glaube ich auch so ein bisschen wie Schlussmachen per SMS. Aus der Nummer kommt man dann sowieso nicht mehr raus.Vorlage Mahnschreiben
Falls du auch schon länger ein Mahnschreiben vor dir her schiebst,

habe ich hier für euch meinen Musterbrief als Vorlage zum kostenlosen Download.

 

Lass dich nicht klein machen. Deine Arbeit ist etwas wert. Wir sind es wert, angemessen bezahlt zu werden. Jedes Jahr geben wirklich viele kleine Betriebe auf, weil sie zu viele offene Forderungen nicht konsequent einfordern. Dazu werde ich sicher nicht gehören.
Wie gehst du mit offenen Forderungen um? Bin ich eigentlich die Einzige, die sich da so schwer tut?

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