Naja, ich mache es eben. Machen wir doch alle so. Und die Details hab ich mal hier für euch zusammen gefasst.

1. Wie sieht Dein Arbeitsalltag aus? Bist Du happy damit?

Montags bis Freitags bringe ich die Kinder um 7:00 Uhr in den Kindergarten und arbeite vormittags als Mädchen für alles für eine Stiftung. Fast immer im Homeoffice. Manchmal in Frankfurt im Büro oder in der Uniklinik. Das sind meine absoluten Traum Arbeitsbedingungen. Es ist eine kleine Stiftung und ich bin die einzige Mitarbeiterin. Anfang des Jahres habe ich eine internationale Konferenz für Fachärzte im Rheingau organisiert. Momentan erarbeite ich neue Themenbereiche für den Internetauftritt. Es ist und bleibt also sehr spannend und vielseitig. Um 12:00 Uhr hole ich die Kinder wieder vom Kindergarten ab, dann gibt es belegte Brote und die beiden machen daheim ihr Schläfchen. 

Zwei Nachmittage die Woche sind die Kinder ganztags im Kindergarten. Da arbeite ich für mich. Momentan mache ich viel Webdesign, habe aber auch schon Kooperationscoaching gemacht und mit einer Kundin auch ein neues Konzept für ihren Newsletter erarbeitet. Für mich ist die Arbeit bei der Stiftung und die Selbständigkeit im Nebenerwerb echt perfekt. Das ergänzt sich prima und ich bin damit sehr happy. 

Das ist aber erst so, seit ich auch einen Kindergartenplatz habe. Ich habe bei der Stiftung angefangen, bevor ich eine Zusage von der Gemeinde hatte. Die Kinder waren in der Zeit stundenweise beim Opa bzw. bei der Leihoma. Das war ein einziger Kampf. So viel Organisation für so wenig Kinderbetreuung. Davor, danach und dazwischen habe ich immer wieder versucht etwas abzuarbeiten, obwohl die Kinder daheim waren. Dabei musste ich häppchenweise arbeiten, das kostet viel Konzentration (wo war ich gerade wieder) und man darf nicht vergessen, wirklich jeden kleinen Fortschritt auch zu speichern. 

2. Haben Du und Dein Mann eine Arbeitsteilung was das/die Kind/er betrifft und wie gestaltet sie sich? Läuft die Organisation gut?

Ja. Wir haben eine ganz klassische Rollenverteilung. Ich bin da mehr oder weniger alleinerziehend mit Mann. Der hat sich beruflich komplett neu sortiert und hat dadurch momentan ein sehr straffes Programm. Er ist oft unterwegs und hat nicht so flexible Arbeitszeiten wie ich. Er bringt sich so oft ein, wie er zu Hause ist, fest einplanen kann ich ihn aber nur am Wochenende. Das wussten wir allerdings vorher und das ist für uns auch ok so. 

3. Bleibt in Deinem Alltag auch noch Zeit für Dich ganz persönlich übrig? Wie nutzt Du sie?

Wenig. Sich mit zwei so kleinen Kindern und einer anspruchsvollen Teilzeit Stelle noch nebenberuflich selbständig zu machen ist wirklich eher was für Fleißbienchen. 

Ich lese gern und viel. Romane, Fachbücher und immer wieder Hörbücher oder Podcasts. Ich brauche unfassbar viel Input und genieße alles, was ich an einem Stück fertig machen kann. Am aller liebsten gehe ich aber tatsächlich mal mit den Mädels raus. So gern ich konzentriert am Schreibtisch vor mich her tüftle: ich habe hier keine Kollegen und wenig Sozialkontakte. Deswegen bin ich in meiner freien Zeit ein sehr umtriebiger und geselliger Mensch. Wenn du detailliert wissen willst, wie ich Beruf und Freizeit unter einen Hut bekomme, kannst du das hier nachlesen. 

4. Bist Du glücklich mit der Organisation Deines Arbeits- und Familienlebens? Was klappt besonders gut, wo könnte nachgebessert werden?

Mir fehlt ein eigenes Arbeitszimmer (ich habe dafür extra ein Pinterest Board eingerichtet, weil ich fest daran glaube, dass ich noch eins bekomme). Abgrenzbarer Raum, in dem ich auch mal die Tür schließen kann, wenn ich Deadlines einhalten muss und mein Mann sich um die Kinder kümmert. Mit einem Schreibtisch nur für mich, auf den keiner sein Spielzeug legt. Denn mein Arbeitsplatz ist mitten im Wohnzimmer. Ich bin also auch während der Arbeit oft der Mittelpunkt unserer kleinen Familie. 

Außerdem wäre es ganz schön, wenn ich meinem Mann wieder ein bisschen was vom Haushalt abgeben könnte. Das ist aber gerade eher Meckern auf hohem Niveau. 

5. Drei Tipps, die Du Mamas geben würdest, die wieder ins Berufsleben starten?

Kinder verändern dich. Du wirst als Mama nie mehr die selbe sein, wie vorher. 

Nutze die Tatsache zu deinen Gunsten und deine Elternzeit, um dich weiter zu entwickeln. Und zwar emotional und auch fachlich. Es gibt genug Möglichkeiten. Portale wie www.udemy.com oder www.skillshare.com sind nur eine Anlaufstelle. Die IHK und Handwerkskammer bietet auch einige Möglichkeiten an. Ich habe mich in der Elternzeit selbständig gemacht und sehe das als eine einzige riesengroße Fortbildung. In meiner eigenen Firma kann ich mich ausprobieren und neues dazu lernen, dass ich auch direkt umsetzen kann. Immer in meinem Tempo. 

Lass dich nicht in die Bittsteller-Rolle drängen. Das ist aber nicht so einfach, denn in der Arbeitswelt sitzt man bei der Wiedereingliederung oder im Vorstellungsgespräch oft mit Männern an einem Tisch, die die Kinder eben nicht selbst in den Kindergarten bringen müssen. Oder ins Turnen. Oder zu Hause bleiben, wenn sie krank sind. 

Insgesamt immer einen Puffer in die Betreuung einplanen. Ein gutes Netzwerk aufbauen (abwechselnd mit anderen Mamas die Kinder abholen ist immer eine Option). Sich nicht zu viel vornehmen und auch nicht von der heilen Internetwelt vorgaukeln lassen, dass Familie auch in „perfekt“ geht. Gut reicht vollkommen aus. #80istdasneue100.  

6. Du hast drei Tage kinderfrei, was machst Du mit der freien Zeit?

Eine schöne Weinlagenwanderung würde mir da einfallen. Mit ein bisschen Wellness vielleicht. Und einem Weinfest mit Live Musik. Auf jeden Fall nehme ich aber meinen Kindle mit. Und meinen Mann. 

7. Wie schaffst Du es, neben Deiner Arbeit/Deinen Aufgaben als Mama zu bloggen, zu twittern, etc?

Ich blogge vorrangig über Themen, die mich ohnehin gerade im Beruf beschäftigen oder die mir meine Kundinnen mit bringen. Auf meinem Blog probiere ich mich aus und lerne dazu. Das kann ich dann für meinen Job in der Stiftung alles nutzen und anders umsetzen. 

Social Media ist so eine Sache. Da kann man ja gern auch mal Stunden drin verschwinden. Da suche ich gerade noch meinen Weg. Momentan bin ich auf Facebook, Twitter, Instagram und Pinterest unterwegs. Meist mache ich das gebündelt und nicht „nebenbei“. 

8. Hast Du schon einmal schlechte Erfahrungen damit gemacht, dass du anderen einen Einblick in Euer Familienleben gibst?

Eher nicht. Ich habe allerdings auch nicht so arg viel Privatleben auf dem Präsentiertellerchen. Am meisten wohl momentan im Newsletter. Das ist ein bisschen geschützterer Rahmen. Und kann von Google so schnell nicht gefunden werden. 

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