Als Mama von zwei Kindern habe ich in der Selbständigkeit nicht immer was zu lachen. Aber meistens schon. Und dann ist es sehr schön. selbständig sein rockt. selbständig machen war eine richtig gute Entscheidung ♥ www.mami-startup.de

Warum es überhaupt keinen Sinn macht, mich verrückt zu machen

Seit ich Kinder habe, wachse ich mit meinen Aufgaben

Als ich die Kinder aus dem Kindergarten abhole, habe ich schon ein ganz komisches Gefühl: mein Mama-Radar schlägt sofot Alarm. Ich kann alerdings nicht den Finger drauf legen, was hier (schon wieder) los ist. Ich beschließe mich überraschen zu lassen. Es kommt ohnihin so wie es kommen soll und fahre erst mal zum Spielplatz. Das Auto ist ohnehin schon gepackt und irgendwie muss der Tag ja rum gehen.
Als die Große allerdings auf ihrem lieblings Spielplatz die meiste Zeit über auf meinem Schoß sitzen will und insgesamt sehr weinerlich ist, schwant mir Böses: die wird krank!
Und das gerade jetzt. Wo ich diese Woche doch den großen Kundenauftrag fertig machen muss. Ohne Backup-Babysitter. Denn mein Mann fährt auf Dienstreise. NIcht gut. Da habe ich sofort 97 unterschiedlich schlimme Horrorszenarien im Kopf. Alle haben gemeinsam, dass ich den Auftrag nicht pünktlich abliefern kann. Für mich das aller schlimmste. Denn ich habe an mich selbst den Anspruch, gerade weil ich als Mama für die Arbeitgeber in der freien Wirtschaft ja zweite Wahl als Arbeitnehmerin bin, will ich es für meine Kundinnen extra gut machen.

Meine Kinder sind eine Bereicherung für meine Firma

Meine Kinder sind kein Ballast, sondern ein Bereicherung für meine Firma, denn sie geben mir Denkanstöße und Ideen, die ich sonst nie hätte. Meine Fähigkeit „outside the box“ zu denken ist noch besser gweorden und damit kann ich auch mal Lösungen vorschlagen, die meine Kundinnen alleine nicht sehen können.
Die Kehrseite dieser Medaille (nicht flexibel, brauche immer eine Kinderbetreuung usw.) sollte eigentlich nicht das Problem meiner Kundinnen sein. Im Besten Fall sollte das nämlich gar kein Problem sein.
Aber zurück in mein Leben.
Natürlich passt es gerade nie, wenn die Kinder krank sind. Den Kindern nicht, mir nicht, meinem Mann schon gar nicht.
Wenn es allerdings so kommt, dann habe ich immerhin noch genau zwei Möglichkeiten:
– ich beschließe, dass ich es sowieso nicht schaffe. Jetzt ist es auch egal und ich lege mich weinend mit den Kindern auf die Couch.
– ich kneife die Pobacken zusammen und rocke mein Leben.
Und das zweite ist ehrlich gesagt meine bevorzugte Variante.
Das Wichtigste jetzt ist ein Masterplan. Nicht in blinde Panik verfallen und wie ein aufgescheuchtes Huhn herum rennen. Dadurch wird man nicht schneller. Nur unstrukturierter. Wenn ich in meinen 10 Jahren als professionelle Veranstaltungsorganisatorin etwas gelernt habe, dann das: du brauchst immer so viel Zeit wie du hast.
Der Redner für ein großes Event sagt einen Tag vorher ab? Gut. Dann brauchst du eben einen Tag, um einen neuen zu organisieren. Ende.

Die Kinder kommen immer zuerst

Wenn die also krank sind, dann müssen die gut versorgt sein. Sind noch Medikamente im Haus? Brauchen wir einen Kinderarzt-Termin? Muss ich den Kindergarten anrufen? Kann ich irgendwie einen Babysitter organisieren und mir so ein bisschen Luft verschaffen?
Wenn das alles geklärt ist, dann nutze ich die erste ruhige Minute, um mich kurz hinzusetzen. Ganz genau da. Nämlich mitten ins Auge des Sturms.

Bestandsaufnahme

Was genau ist Bestandteil des Kundenauftrags?
Was ist schon erledigt?
Was genau ist noch zu tun?
Wie viel Zeit habe ich noch und wie sieht es mit Kinderbetreuung aus? Kann ich mir nicht vielleicht doch irgendwie Luft verschaffen? Kann ich irgend etwas anderes streichen, abgeben oder verschieben? (Wäsche, Einkaufen, Bloggen, ein anderes Kundenprojekt oder die Arbeit an meinem Kurskonzept?)

ToDo Liste erstellen

Dann teile ich mir die Aufgaben in machbare Arbeitspakete ein.
Die verteile ich jetzt auf die Zeitfenster, die mir bleiben, um den Auftrag zu erledigen. Dabei rechne ich rückwärts. Das hat sich bewährt.
Danach wird der Plan nicht mehr in Frage gestellt.
Es wird stur abgearbeitet und auf überhaupt keinen Fall wird überzogen oder etwas anderes angefangen.
Natürlich ist so eine Woche super anstrengend. Denn ein krankes Kind braucht immens viel Aufmerksamkeit und Liebe und einer der Gründe, warum ich mich selbständig gemacht habe ist, dass ich in diesen Momenten für meine Kinder da sein kann.
Aaaaaaber die Kehrseite der Medaille ist dann eben auch, dass ich nach einem sehr anstrengenden Tag mit einem motzigen Fieberkind auf dem Arm dann jedes mal, wenn es schläft SOFORT an den Rechner flitze und meinen Kundenauftrag abarbeite. Auch wenn mir eine Pause oder ein bisschen Schlaf wirklich gut tun würde.
Trotzdem hake ich eine Aufgabe nach der anderen von meiner ToDo Liste ab, bis ich mein Projekt übergeben kann. Und dann grinse ich müde und glücklich eine Stunde oder so vor mich hin.
Nur um dann zu merken:

Ach du liebes Lieschen, was da alles liegen geblieben ist!!!!!

Und jetzt kommt die eigentliche Herausforderung an so einer Situation: denn nach so einer anstrengenden Woche wäre es vernüftig, erst mal die Füße hoch zu legen und meine Akkus wieder aufzuladen. ABER….
Und in die Falle bin ich früher ganz oft getappt.
Seit dem zweiten Kind passiert mir das nicht mehr. Da habe ich meine Prioritäten wirklich gut im Griff.
Denn jetzt fange ich einfach noch mal bei Schritt 1 an:
Bestandsaufnahme:
Was genau ist denn eigentlich alles liegen geblieben?
Was davon hat sich inzwischen schon erledigt? (Ja das passiert manchmal 😉 )
Was genau ist noch zu tun?
Was davon ist wirklich wichtig? (Alles andere streiche ich inzwischen rigoros weg)

Dabei lohnt es sich wirklich, über die eigenen Prioritäten nachzudenken

und auch mal die Ansprüche, die du so an dich hast genau zu prüfen.

Im Mai bin ich mit Sabrina von Babykeks zu einer Veranstaltung gefahren. Für Ticket, Hotel und ein paar Kleinigkeiten hatte ich schnell 560,- Euro ausgegeben.
Mareike Schamberger, iPad, Kostenaufstellung
 *
Die Themen der Veranstaltung waren für mich nicht neu und mein Hauptziel dort war es, gute Kontakte zu machen und auf meinen Kurs im August hinzuweisen. Also für mich eine reine Akquiseveranstaltung.
Ich war perfekt vorbereitet: mein Kurskonzept war ausgearbeitet, meine Veranstaltungsseite  liebevoll erstellt. Inklusive Ticketverkauf und Paypalbutton.

Und dann hat mich das Leben einfach mal so richtig hart erwischt

Denn ca. 20 Minuten, bevor ich los fahren wollte, bekam ich die E-Mail, dass WordPress auf die neueste Version upgedatet hat. Und das hat mein Theme leider so gar nicht gut verkraftet. Denn alle Grafiken waren weg. Nichts zu machen.
Später sollte sich heraus stellen, dass es auch dazu ein Update geben würde und am Samstag Mittag schon alles wieder paletti war, aber das wusste ich zu dem Zeitpunkt ja nicht. Da musste ich eine schnelle Entscheidung treffen:
Wie gehe ich mit der Situation um? Ich hatte keine Zeit mehr, um mich hin zu setzen und eine Notlösung für meine Homepage zu basteln. Denn dann hätte ich auf die Veranstaltung verzichten müssen.

Scheiß drauf: Planänderung

Also habe ich statt dessen einfach mal die Akquise abgehakt und bin losgezogen, um die Welt  zu erobern. Mädels-Wochenende, jede Menge Socialising, neue Leute kennen lernen, viele interessante Gespräche führen, ohne immer noch mal als Abschluss auf meine Veranstaltung hinzuweisen und einfach nur Spaß haben.
Die Themen der Vorträge waren für mich nicht neu und einige davon hätte ich sicher aus dem Stehgreif auch halten können (wenn auch gaaaaanz anders) und trotzdem bin ich neugiereig und aufgeschlossen zu jeder Session gegangen und habe unfassbar viel mehr als erwartet mit nach Hause nehmen können. Irgendwie haben sich da für mich ganz unerwartet zwei ganz große Lücken geschlossen oder zwei Themenkomplexe noch mal neu miteinander verknüpft.
Und das war eine der wertigsten Fortbildungen, auf denen ich in den letzten 5 Jahren war. Diese 30 Minuten totale Panik, in denen ich dachte, die gecrashte Homepage würde mir das ganze Wochenende ruinieren und damit auch den Workshop und damit meine Firma und damit irgendwie ja auch mein Leben…. die waren einfach völlig unnötig.

The Show must go on

Das Leben geht weiter. Und morgen geht auch wieder die Sonne auf.
Also sei mutig bei deiner Bestandsaufnahme. Was MUSS wirklich erledigt werden. Hast du freie Zeit und Ruhepausen eingeplant? 
Gerade nach so einer richtig stressigen Woche ist meine erste Aufgabe immer ein freier Abend, an dem ich einfach mal mein Leben genieße. Den plane ich fest mit in den Kalender ein.
Und dann lasse ich das Leben einfach mal kommen. Es kommt nämlich sowieso. Und rückblickend betrachtet kommt es auch meistens aus einem bestimmten Grund so wie es kommt.
Seit ich die Einstellung habe, komme ich sehr viel leichter durch mein Leben und denke mir ganz oft #80istdasneue100
Wo hast du in den letzten Wochen mal die letzten 20% gestrichen und einfach mal drauf gepfiffen, dass das jetzt eigenlich auch gemacht werden müsste?
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