Im Interview: Stefanie Guckau von SchönHerum ♥ www.mami-startup.de

Im Interview: Stefanie Guckau

von http://schoenherum.de/

Kein Geschenk ohne schöne Verpackung

Nach dem zweiten Kind selbständig machen: klar geht das. Warum auch nicht. Erst recht durchstarten, wenn der Geschäftspartner noch vor der Onlineshop-Eröffnung abspringt: aber sicher. Stefanie ist wirklich eine ganz hartnäckige Traumverwirklicherin mit Sinn für die ganz besonders schönen Dinge im Leben. In ihrem Onlineshop findet man Geschenkverpackungen zu jedem Anlass und es gibt auch einen Geschenkverpackungsservice.

Foto: Stefanie Guckau / SchönHerum

 

Was kam zuerst: dein Unternehmen oder die Kinder?

Die Idee, mich selbständig zu machen grummelte schon vor den Kindern in mir. Mein Job als Marketingmanager bei einem Filmverleih und später in einem Verlag haben mir jedoch immer Spaß gemacht und warum soll man sich da groß verändern. Tolle Projekte, nette Kollegen, aber auch manchmal aufopfernde Arbeitszeiten.

Mit den Kindern kam dann die Veränderung bzw. ein Umdenken. Ich realisierte, dass man in einem 40+ Stunden Job eigentlich kaum mehr Zeit für die Kinder geschweige denn für sich selbst hat. Die Betreuungszeiten, der Haushalt, Kinderkrankheiten, mein Mann viel unterwegs und dann eine 40 Stunden Vollzeitstelle mit festen Arbeitszeiten – nein, das war zeitweise unrealistisch.

Da kam dann die Selbstständigkeit wieder ins Gedankenspiel. Allerdings habe ich mir das auch sehr gründlich überlegt. Ich habe während den letzten Monate meiner Elternzeit wirklich lange und intensiv an meinem Businessplan geschrieben. Ich habe mich immer wieder gefragt: bin ich dazu in der Lage, wo liegt der Fokus, wie sieht mein Kunde aus? Wo will ich hin? Wie sehen die Zahlen aus, usw. Irgendwann kam der Punkt, an dem ich mich so lange damit beschäftigt hatte und ich habe einfach losgelegt. Rund war da noch nicht alles, aber die Dinge entwickeln sich ständig, wenn man sich ebenso ständig entwickelt.

Was war die größte Hürde für dich und deinen Shop?

In der Ursprungsversion wollte ich den Onlineshop mit einem Geschäftspartner aufbauen. Das wurde dann allerdings nichts. Pünktlich vor Go-Live musste ich meine erste schwere Entscheidung treffen und mich von meinem Geschäftspartner trennen. Plötzlich saß ich alleine da. Das war schon ein herber Rückschlag. Damals wie heute hatte und habe ich allerdings unfassbar viel Rückhalt von meinem Mann, meiner Familie und Freunden und habe mich dann nach kurzem Zögern allein in das Abenteuer Selbständigkeit gestürzt.

schönes Geschenkpapier, liebevoll verpacktes Geschenk von SchönHerum
Foro: Stefanie Guckau / SchönHerum

Was machen deine Produkte aus?

Vor allem die Liebe zum Detail. Wer ein Geschenk mit viel Sorgfalt ausgewählt hat, der möchte es auch liebevoll verpacken. Dafür gibt es bei SchönHerum für jedes Geschenk die perfekte Lösung. Ich bin immer und überall auf der Suche nach tollen Papieren, Bändern und Accessoires, die ich im Shop zum Verkauf anbiete. Zudem bin ich gerade dabei, eine eigene kleine Kollektion zu etablieren. Frei nach dem Motto „Weniger ist manchmal mehr“ gibt es jetzt von SchönHerum einfarbige Geschenkpapiere, schlichte Anhänger, Aufkleber und ein erstes DIY-Bastelset.

Foto: Stefanie Guckau / SchönHerum

Pünktlich zum Frühlingsstart sind das die seidenzarten Schmetterlinge. Das DIY Set habe ich in liebevoller Tüftelarbeit entwickelt. Mit den Schmetterlingen kann man nicht nur Geschenke, sondern auch Wände, Karten, Kräuter oder den Osterstrauch wundervoll dekorieren.

Deko Set Schmetterlinge
Foto: Stefanie Guckau / SchönHerum

 

Steuerberater, Krankenversicherung, Rente, Berufshaftpflicht, Rechtsschutz, Lebensversicherung, usw.: war Absicherung für dich von Anfang an ein Thema?

Ja selbstverständlich, ich glaube ohne das geht es nicht. Man hat schließlich die Verantwortung für sich selbst und die Kinder. In manche Themen muss man langsam rein wachsen. Insgesamt bin ich mit der Entwicklung meines Unternehmens sehr zufrieden. Meine Fixkosten wie Krankenversicherung, Rente und die Ausgaben für Material etc. kann ich zuverlässig zahlen. Was am Ende übrig bleibt, investiere ich regelmäßig in mein Unternehmen, denn ich will weiter wachsen und natürlich auf eigenen Beinen stehen und meinen Beitrag zur Familienkasse leisten.

Wie hat dein Umfeld darauf reagiert, dass du dich selbständig gemacht hast?

Mein Mann, meine Familie und meine Freunde standen und stehen hinter mir. Sogar die Kinder sind voll dabei und wenn sie so weiter machen und SchönHerum wächst, dann ist die Unternehmsnachfolge gesichert. Es gibt keinen Geburtstag, wo sie nicht auch wert drauf legen, dass die Verpackung der Geschenke stimmt und schönherum ist.

Schachtel und Seidenpapier von SchönHerum
Foto: Stefanie Guckau / SchönHerum

Es gibt natürlich immer wieder Menschen, die einen vorsichtig beäugen und nachfragen ob sich das denn lohnt. Gerade bei klassischen Startup Veranstaltungen wurde ich schon oft fragend angesehen. Ich habe nun mal  keinen technischen Backround, entwickle keine App oder erfinde eine bahnbrechende Technologie mit der dann auch mein Handy toasten kann.  Vielleicht denken deshalb viele sie müssten mir Tipps geben, wie ich mein Unternehmen bewerben muss und wo ich investieren soll. So manche Tipps sind leider in meinem Alltag als Mama, Frau und Unternehmerin nicht lebensnah und würden mich wohl eher in den Ruin treiben als mich voran zu bringen. Ich trete aber oft und gerne mit Skeptikern in Dialog, weil man auch bei solchen Gesprächen positive Sachen für sich mitnehmen kann.

Es geht aber auch anders: Bei einem Unternehmerstammtisch für Hochzeitsdienstleister machte ich sehr nette Bekanntschaften. Ein Kontakt zu einem Trauringhersteller aus Leipzig) verfestigte sich und daraus wurde eine tolle Zusammenarbeit. Er fragte mich ob ich nicht einmal Lust hätte sein Schaufenster zu dekorieren. Das habe ich nun schon zwei Mal gemacht und es ist eine tolle Herausforderung, Erfahrung und natürlich auch Werbung für mich. Auf Grund von Umstrukturierungen ruht das Deko-Projekt momentan, aber der Kontakt besteht weiterhin und was gibt es schöneres als mit tollen Menschen zusammen zu arbeiten und sich gegenseitig weiter zu bringen.

Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

Jeder Tag ist voll und keiner ist wie der andere. Unsere Kinder sind 5 und 7. Da ist viel dazu gekommen, seit wir ein Schulkind haben.

Um 6:00 Uhr wird aufgestanden, Frühstück, anziehen und 7:20 Uhr müssen wir das Haus verlassen, damit alle pünktlich in Schule und Kindergarten ankommen.

Um 9:00 Uhr geht es dann an meinem Schreibtisch los. Ich schreibe mir jeden Tag als erstes die drei wichtigsten Aufgaben in meinen Kalender und die werden dann abgearbeitet.

Die Kundenbestellungen werden jeden Tag versendet, wobei Montag meistens der vollste Tag ist.

Ansonsten habe ich hier ein bisschen von allem: Bloggen, DIY vorbereiten, Päckchen packen, Buchhaltung. Shop-Pflege, Kundenanfragen, Fotos bearbeiten, Kooperationen angehen, Pressearbeit und die Unternehmens-Strategie muss ja auch einer planen und im Auge behalten.

Ostereier mal anders von SchönHerum
Foto: Stefanie Guckau / SchönHerum

In der Mittagspause gehe ich sehr gern auf den Markt oder mit meinem Mann oder Freunden essen. In diesen kleinen Pausen kann ich mir gezielt auch mal kreativen Freiraum im Kopf schaffen.

Ab 15:30 Uhr sammle ich dann die Kinder wieder ein.

Meist sind wir allerdings erst um 17:00 Uhr daheim, dann kommt die Kür: Schwimmtraining und Turntraining der Kinder, Klavierunterricht, Einkaufen, Kochen, Wäsche, Hausaufgaben, Freunde besuchen, es gibt immer etwas zu tun und es bleibt immer etwas übrig.

Um spätestens 20:00 Uhr werden bei den Kleinen die Lichter gelöscht. Wenn mein Mann da ist, dann teilen wir uns in diese alltäglichen Aufgaben. Wir sind wie ein geöltes Uhrwerk und arbeiten Hand in Hand. Ich glaube ohne seine Hilfe, würde ich es manchmal nicht schaffen. Gerade wenn er mal wieder eine Woche unterwegs ist, merke ich wie ich sehr schnell an meine Grenzen komme. Aber dann muss ich einfach einen Gang zurück schalten, weil ich nicht möchte, dass die Kinder eine gestresst Mama vor der Nase haben.

In solchen Phasen sitze ich dann auch oft am Abend für ein paar Stunden am Rechner und kümmere mich um Sachen wie Bildbearbeitung, SEO-Texte, Recherche etc.

Kleinigkeiten, die ich tagsüber nicht schaffe  und die man gut nach Einbruch der Dunkelheit abarbeiten kann.

Wo siehst du dich in 3-5 Jahren?

Ach da habe ich sicher ein paar Angestellte und ein großes Lager mit vielen tollen Papieren und Geschenkverpackungen. Vielleicht habe ich dann auch ein Ladengeschäft mit Showroom und Workshop-Place. Sicher aber ein größeres Händlernetz für die eigenen SchönHerum-Produkte. Das sind meine Visionen und meine Wünsche!

Osterstrauch von SchönHerum
Foto: Stefanie Guckau / SchönHerum

Was möchtest du Mamas mit auf den Weg geben, die jetzt ihr Unternehmen gründen?

Bleib dran, sei ehrlich zu dir selbst, überdenke dich täglich, bleibe flexibel, lass dich von kleinen Niederlagen nicht vom großen Ziel abbringen und vergiss dich selbst dabei nicht. Wenn man langfristig erfolgreich sein will, braucht man einen langen Atem, manchmal muss man sich eventuell von Dingen verabschieden, auch wenn es weh tut. Denke positiv, es lohnt sich!

Foto: Stefanie Guckau / SchönHerum

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2 thoughts on “Im Interview: Stefanie Guckau

  1. Antworten
    Kerstin - 5. April 2017

    Ich bin ganz hin und weg von dem tollen Shop und der sympathischen Inhaberin. Danke, liebe Mareike, für den Kontakt. Du hast das richtige Gespür, die richtigen Menschen zusammenzubringen. Toller Post…LG aus Stuttgart

    1. Antworten
      Mareike - 5. April 2017

      oh das ist aber ein liebes Lob. Hatte auch das Gefühl, dass ihr beide irgendwie gut passt 🙂
      wenn dir der gefallen hat, dann warte mal noch ein paar Tage, ich hab da noch was in der Pipeline zur #mehrmutzumich Blogparade…

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